Interne Kommunikation

Von der Installation zur Wirkung: 5 Praxistipps für Digital Signage

5 Tipp für Einsatz von Digital Signage

Praxistipps für Digital Signage

Viele Unternehmen investieren in Digital Signage, weil sie Mitarbeitende besser erreichen, wichtige Informationen sichtbarer machen und bestehende Kommunikationskanäle sinnvoll ergänzen möchten. Doch die Einführung von Bildschirmen allein garantiert noch keinen Erfolg.

Die grösste Herausforderung liegt nicht in der Technologie, sondern in der richtigen Einbettung in die interne Kommunikation. In zehn Experteninterviews (Im Rahmen einer Bachelorarbeit der Hochschule Luzern) wurde deutlich, dass Unternehmen, die Digital Signage erfolgreich einsetzen, eine klare Strategie verfolgen, Inhalte zielgruppengerecht gestalten und auf einfache Prozesse setzen. Aus den Interviews lassen sich fünf konkrete Handlungsempfehlungen ableiten.

1. Digital Signage als Ergänzungskanal positionieren

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Digital Signage seine Stärken insbesondere als aufmerksamkeitsstarker Reminder-, Awareness- und Teaser-Kanal entfaltet. Unternehmen sollten deshalb klar definieren, welche Kommunikationsziele über welchen Kanal erreicht werden sollen. Während sich komplexe oder vertiefende Inhalte wie Strategien, Richtlinien oder ausführliche Unternehmensnews eher für Intranet, Mitarbeitenden-Apps oder Führungskommunikation eignen, ist Digital Signage insbesondere bei kurzen, visuellen und emotionalen Inhalten wirkungsvoll.

Zudem fungiert Digital Signage als Türöffner für weiterführende Informationen. Es macht auf neue Themen, Veranstaltungen oder wichtige Unternehmensinformationen aufmerksam, während die Vertiefung über Kanäle wie das Intranet oder die Mitarbeitenden-App erfolgt. So ergänzt Digital Signage bestehende Kommunikationskanäle und steigert deren Nutzung.

Eine bewusste Trennung der Kanalrollen trägt dazu bei, Informationsüberlastung zu reduzieren und die jeweiligen Stärken der einzelnen Kommunikationsinstrumente gezielt zu nutzen.

2. Inhalte auf den Nutzungskontext anpassen

Mitarbeitende konsumieren Inhalte auf Digital-Signage-Bildschirmen anders als im Intranet oder in einer E-Mail. Häufig werden Informationen im Vorbeigehen wahrgenommen – beim Kaffeeholen, in der Cafeteria oder auf dem Weg zur nächsten Besprechung. Das bedeutet, dass Inhalte auf Digital Signage Bildschirmen nur wenige Sekunden Aufmerksamkeit erhalten und deshalb spezifisch für diesen Nutzungskontext aufbereitet werden müssen. Informationen sollten möglichst kurz und leicht verständlich sein. Besonders wirksam erweisen sich grosse Headlines, emotionale Bilder sowie Inhalte mit lokalem oder persönlichem Bezug. Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, Inhalte regelmässig zu aktualisieren und genügend Abwechslung sicherzustellen, da wiederholende oder veraltete Inhalte langfristig an Aufmerksamkeit verlieren können.

3. Verantwortlichkeiten und Prozesse definieren

Die Interviews verdeutlichen, dass Digital Signage langfristig nur dann erfolgreich betrieben werden kann, wenn Zuständigkeiten, Rollen und Prozesse klar definiert sind. Unternehmen sollten deshalb festlegen, wer Inhalte erstellt, freigibt und aktualisiert sowie welche Inhalte zentral oder dezentral ausgespielt werden.

Gerade in grösseren Organisationen kann ein dezentrales Modell sehr effektiv sein. Lokale Standorte oder Abteilungen erhalten die Möglichkeit, eigene Inhalte beizusteuern, während zentrale Kommunikationsverantwortliche für übergeordnete Richtlinien sorgen. Dadurch entstehen einerseits relevante Inhalte mit lokalem Bezug und andererseits ein einheitlicher Auftritt über die gesamte Organisation hinweg.

Gleichzeitig sollten die Prozesse möglichst einfach gestaltet werden, damit Inhalte effizient erstellt und lokale Beiträge unkompliziert eingebracht werden können.

4. Bildschirme strategisch platzieren

Die Wirkung von Digital Signage hängt stark davon ab, wo sich die Bildschirme im Arbeitsalltag befinden. Besonders geeignet erscheinen Standorte mit hoher Frequenz und kurzer Verweildauer, etwa Cafeterias, Kaffeezonen, Pausenräume oder Eingangsbereiche. Weniger geeignet sind reine Durchgangsorte, an denen Mitarbeitende kaum Zeit haben, Inhalte wahrzunehmen. Unternehmen sollten die Platzierung der Bildschirme deshalb nicht primär technisch, sondern aus Sicht der alltäglichen Nutzungssituationen planen.

5. Interaktivität gezielt und zurückhaltend einsetzen

Die Ergebnisse zeigen, dass fehlende Interaktivität zum Teil als Einschränkung beschrieben wird, gleichzeitig aber auch Teil des niederschwelligen und unaufdringlichen Charakters von Digital Signage ist. Touchscreen-Lösungen ermöglichen zwar Interaktion, verlangen jedoch auch, dass Mitarbeitende aktiv nach Informationen suchen.

Unternehmen sollten deshalb genau prüfen, ob Interaktionsfunktionen tatsächlich einen Mehrwert schaffen oder den passiven Charakter des Kanals eher beeinträchtigen. Interaktive Elemente sind insbesondere dann sinnvoll, wenn sie Themen betreffen, für die sich Mitarbeitende von sich aus interessieren. Dazu zählen beispielsweise Veranstaltungsanmeldungen, Umfragen oder auch Menüpläne. Für klassische Informationsbildschirme stellt jedoch gerade die einfache und passive Informationsaufnahme eine zentrale Stärke dar.

Fazit: Der Erfolg hängt nicht vom Bildschirm ab.

Digital Signage entfaltet seine Wirkung dann, wenn es konsequent aus Sicht der Mitarbeitenden gedacht wird.

Erfolgreiche Unternehmen verstehen Bildschirme nicht als isolierte Technologie, sondern als Teil ihrer gesamten Kommunikationslandschaft. Sie definieren klare Kanalrollen, gestalten Inhalte für kurze Aufmerksamkeitsspannen, wählen die richtigen Standorte und schaffen einfache Prozesse.

Wer diese Grundsätze berücksichtigt, erhöht nicht nur die Reichweite seiner Kommunikation, sondern schafft einen Kanal, der von Mitarbeitenden tatsächlich wahrgenommen und genutzt wird.

Noch nicht gelesen? Im ersten Teil zeigen wir die wichtigsten Gründe, warum Unternehmen heute auf Digital Signage in der internen Kommunikation setzen


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