Screenimage

Workation in Australien und den Philippinen

Workation

05.05.2026 | Nach dem grossen Erfolg des Jubiläumsangebotes «Workation» hat Screenimage beschlossen, das Format als «Rauszeit» weiterzuführen. Neu kann man sich als Screenimage Mitarbeiter:in mit einem kleinen Konzept «bewerben» und eine gewisse Zahl von Rauszeitpunkten erreichen, um in die Welt hinausgeschickt zu werden.

Für Manuel war das einen Ansporn und Teil der Erklärung, warum er zuerst in Australien und dann in den Philippinen gelandet ist. Seine Erfahrungen hat er als Tagebuch zusammengefasst.

 

Anreise

Ich bin am Samstagabend in Brisbane gelandet und habe eine Nacht im Flughafenhotel verbracht. Am nächsten Morgen habe ich ein Auto gemietet, um nach Byron Bay zu fahren. Vor 20 Jahren habe ich ganz in der Nähe – für australische Verhältnisse quasi um die Ecke – eine Sprachschule besucht. Die Gegend ist mir also nicht völlig fremd.

Auf der Strecke durften ein paar Zwischenstopps natürlich nicht fehlen: Ein Besuch meiner ehemaligen Schule in Surfers Paradise sowie meinem damaligen Homestay in Burleigh Heads waren Ehrensache. Beide Häuser stehen noch – leicht nostalgische Gefühle gab es gratis dazu. Byron Bay selbst verteidigt weiterhin erfolgreich seinen Ruf als alternative, «laid-back» Destination. So erfolgreich allerdings, dass bereits die Unterkunftssuche zu einer kleinen Herausforderung wurde. Ich habe dennoch eine kreative Lösung gefunden: Ich bin im YHA Hostel untergekommen. Mit dem feinen, altersbedingten Unterschied zu meinem ersten Aufenthalt habe ich den damaligen Schlafsaal gegen ein Privatzimmer mit eigenem Bad eingetauscht. Man könnte sagen, ich bin nun als Premium Backpacker unterwegs.

Als Arbeitsplatz habe ich mir vorab das Coworking «Corner Palm» rausgesucht – eine kleine, heimelige Einrichtung in Gehdistanz, ruhig gelegen und ganz nah am Strand.

Montag

In Australien ist es bereits Montagmorgen, in der Schweiz hingegen noch tiefe Nacht. Ich bin bereit für meine erste Erkundungstour – auf der Suche nach dem Coworking Space, welches ich reserviert habe. Die Suche entpuppt sich allerdings als kleine Challenge: Nichts ist angeschrieben. Erst nach etwas Herumirren und Nachfragen bei einer Yogaklasse nebenan finde ich das Haus dann doch noch.

Mein «Hotdesk» teile ich mit zwei netten Nachbarn und einem Surfbrett an der Wand. Soweit ist also alles startklar für den heutigen Meetingmarathon. Zuerst erledige ich noch ein paar kurze Pendenzen vom Freitag, danach gönne ich mir eine Surf- und Strandpause, um pünktlich um 18:00 Uhr Ortszeit wieder zurück zu sein. Und dann ist auch schon die erste Action angesagt: Um 18:00 Uhr ist das Coworking bereits geschlossen. Mittels Code bekomme ich zwar Zugang – löse aber rund 30 Sekunden später den Feueralarm aus. Jemand hatte diesen ohne Wissen des Betreibers wieder aktiviert. Nachdem das Missverständnis geklärt ist, kann der Meetingmarathon mit insgesamt vier Meetings doch noch starten. Allerdings mittlerweile mutterseelenallein im Coworking Space.

Das letzte Meeting um 00:30 Uhr Ortszeit verlege ich schliesslich ins etwas bescheidenere Coworking im Hostel. Trotz «VIP-Internet» läuft dort alles eher gemächlich. Mit etwas Improvisation bringen wir das Meeting dennoch über die Bühne. Danach bin ich einfach nur froh, direkt ins Bett fallen zu können.

Dienstag

Der Ablauf vom ersten Tag hat sich bewährt und ich beschliesse, ihn beizubehalten: Am Morgen ein Block mit administrativer Arbeit, danach eine Pause und gegen Abend nochmals ein Block für den Austausch mit der Homebase in Root.

Grundsätzlich klappt das alles gut – abgesehen davon, dass ich zwischendurch von meinem Arbeitsplatz verscheucht werde. Am Nachmittag erreicht mich dann passend dazu eine E-Mail derselben Person mit der Frage, ob ich versehentlich ihren Netzwerkadapter eingepackt hätte (Habe ich nicht 😊). Den Abend verbringe ich erneut mit einem Call, wieder ganz alleine im Coworking Space. Heute jedoch «nur» bis 21:00 Uhr Ortszeit. Es bleibt also noch genügend Zeit für ein Abendessen.

Mittwoch

Der erste Tag, an dem alles reibungslos läuft – die Routine setzt ein. In der Mittagspause erkunde ich mit dem Auto noch etwas die Umgebung – Brunswick Heads, Ballina, Lennox Head. Alles sehr schöne Orte, aber ich glaube, meine Homebase habe ich schon ganz richtig gewählt.

Was mich wirklich überrascht: Nach drei bis vier Stunden im Coworking Space verlasse ich jeweils den Arbeitsplatz mit einem guten Gefühl. Der Gedanke «Jetzt hast du gut gearbeitet» begleitet mich danach zum Surfen oder zum Abendessen. Und es stimmt, ich habe das Gefühl, extrem fokussiert und effizient zu arbeiten, deutlich weniger abgelenkt als in der Schweiz.

Donnerstag

Heute ein paar Worte zu meinem diesjährigen «Rauszeit»-Konzept. Nach der ersten Workation in Thailand und Bali wollte ich beweisen, dass auch grössere Zeitverschiebungen problemlos funktionieren können. Zudem hatte mich damals der Kontrast der Coworking-Erfahrungen in zwei Ländern sehr beeindruckt. Dieses Mal wollte ich noch einen Schritt weiter gehen und zusätzlich die Unterschiede zwischen einem Industrie- und einem Entwicklungsland erleben.

Wie es der Zufall will, lag in meiner Schublade noch eine Reise, die kurz vor Corona geplant war. Mit ein paar kleinen Anpassungen, verlängerten Aufenthalten und klar eingeplanter Arbeitszeit war die Basis für dieses Rauszeit-Projekt schnell gesetzt.

Freitag

Am Freitag heisst es leider bereits Abschied nehmen von Australien. Ich hatte mich gerade erst richtig akklimatisiert. Doch nächste Woche geht es mit Teil zwei auf den Philippinen weiter.

Am Freitagmorgen fahre ich nach Brisbane, in die Nähe des Flughafens. Für einen Tag bleibe ich in einem Hotel, von wo aus ich mein Arbeitspensum inklusive Calls problemlos erledigen kann. Danach gebe ich das Mietauto wieder zurück und am Wochenende steht bereits der Transfer nach Boracay auf den Philippinen an.

Montag

Start in den zweiten Teil meiner «Rauszeit», auf der Insel Boracay, die angeblich den feinsten Sandstrand der Welt haben soll. Der Transfer klappt gut und der Sand ist tatsächlich extrem fein – allerdings ist alles ein bisschen zu touristisch für meinen Geschmack.

Das Wetter ist leider etwas bewölkt, was den Sonnenuntergang direkt am Strand etwas trübt, fürs Arbeiten jedoch ideal ist. Ich habe mich in ein kleines, hervorragend geführtes Boutiquehotel mit angeschlossenem Coworking Space eingemietet – meine persönliche Oase der Ruhe. Das Internet ist stark, der Arbeitsplatz mitten im exotischen Garten und der Mango-Drink exzellent. Damit bin ich bereit für den heutigen Sitzungsmarathon, der problemlos über die Bühne geht.

Dienstag

Am Dienstag zeigt sich Boracay von seiner sonnigen Seite – so sehr, dass mich neben den plötzlich gestarteten Bauarbeiten auch die Hitze bald vom Strand vertreibt. Ich starte mit einer ersten Admin-Session und verbringe die Pause danach am Hotelpool. Am späteren Nachmittag stehen weitere Calls an und für den Abend habe ich mir vorgenommen, im Dorfzentrum eine «Swedish Massage» auszuprobieren.

Mittwoch

Auch auf den Philippinen stellt sich langsam ein Rhythmus ein – allerdings ein leicht anderer als in Australien. Frühstück, dann früh an den Strand, solange es noch nicht zu heiss ist. Anschliessend die erste Arbeitssession. Während der grössten Hitze verbringe ich die Zeit am Pool, ab etwa 14:00 oder 15:00 Uhr wieder arbeiten, bis die Sonne untergeht.

Wie erwartet ist es hier insgesamt mehr ein auf mich selbst bezogenes Arbeiten. Der Austausch mit anderen Coworkern fehlt, da ich die Infrastruktur aktuell allein nutze. Es ist also eher ein Arbeiten am Strand als eine aktive Veränderung der Arbeitsumgebung – was ja eigentlich eines der Ziele der Screenimage Rauszeit wäre.

Mein Fazit für die Rennleitung zu Hause: wunderschön, aber nicht ganz zielkonform – genau deshalb ein wichtiges Learning.

Donnerstag

Die ganze Woche war bisher geprägt von Calls. Bei Screenimage läuft aktuell ein grösseres internes Projekt, das viel Zeit in Teams-Calls erfordert. Positiv: Es funktioniert. Negativ: Das Daily Business bleibt dabei liegen. Zu Hause wäre es vermutlich nicht anders gewesen.

Aber heute bietet sich endlich die Gelegenheit, einiges aufzuarbeiten. Ach ja – gestern Abend ist es im Dorf dann doch etwas später geworden. Umso angenehmer, heute direkt aus dem Pool und ungekämmt mit der Arbeit starten zu können.

Freitag und Abschluss

Die Zeit auf der Insel nähert sich dem Ende. Am Morgen arbeite ich noch, bevor ab 12:00 Uhr der Transfer zum Flughafen ansteht. Dass ich bereits am Freitag weiterreise, hat einen besonderen Grund: Ich habe eine kleine Privatgesellschaft gefunden, die mich exklusiv in einem Mini‑Turbopropeller nach El Nido auf Palawan fliegt – allerdings fliegt diese Fluggesellschaft nur drei Mal pro Woche. So kann ich meinen Urlaub auf Palawan ideal starten und mir einen ganztägigen Umweg sparen. Die fehlende Arbeitszeit hole ich am Freitagabend und am Wochenende nach.

Sofern mich das Flugzeug heil rüberbringt… Die ausdrückliche Aufforderung, ja kein Übergepäck mitzunehmen, da das Gepäck im Passagierraum gelagert und wegen der kurzen Landepiste ausbalanciert wird, macht einen schon etwas nachdenklich.

Fazit

Diese Rauszeit hat einmal mehr gezeigt, wie unterschiedlich Workation-Erfahrungen ausfallen können.
Australien – nach der kurzen Eingewöhnungszeit – jederzeit wieder. Die Philippinen haben ebenfalls gepasst, waren als Workation-Standort jedoch (noch) nicht ganz auf dem Level von Lissabon, Bali oder Chiang Mai.

Gerade diese Unterschiede machen die Erfahrung spannend und bestätigen gleichzeitig meine unveränderte Begeisterung für unser Screenimage Rauszeit Konzept, das unter anderem durch die Zeitverschiebung einen idealen Ausgleich ermöglicht und Work und Vacation sinnvoll miteinander verbindet.

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